Paradoxie der Veränderung:
Eine der Kernideen der Gestalttherapie von A.R. Beisser liegt nach meiner Meinung darin, dass:
„der Gestalttherapeut die Rolle des Veränderers verweigert und seine Strategie darin besteht, den Klienten zu ermutigen, ja sogar darauf zu bestehen, dass er sein möge, wie und was er ist.
Beisser glaubt, dass Veränderung nicht durch Bemühen, Zwang, Überzeugung, Einsicht, Interpretation oder ähnliche Mittel zu bewirken ist. Vielmehr entsteht Veränderung, wenn der Klient – zumindest für einen Moment – aufgibt, anders werden zu wollen, und stattdessen versucht zu sein, was er ist.“
Das klingt im ersten Moment so einfach ist aber gerade oft schwer. Wir sind es gewohnt uns zu vergleichen und zumeist schneiden wir doch schlechter ab. Ist es nicht so? Es ist ähnlich wie mit Diäten, wenn Sie anfangen sich selbst ok zu finden, Ihre innere Einstellung sich ändert, dann ändert sich oft (nicht immer) sogar Ihr Gewicht - meist aber dazu gratis: Ihre Haltung, Ihre Ausrichtung, Ihre Selbstakzeptanz, Ihre Gelassenheit. Es ist oft ein Stück Weg dahin - und ich sage nicht, dass es leicht ist. Nur ganz leise, geflüstert und dünn gedruckt, will ich hinzufügen: alles andere ist oft Krampf und Zwang. Letztlich komme ich doch immer wieder bei mir an. Sie auch? Und ist das nicht auch schön so? Wir sind Individualisten. Alle!
Textquelle: Arnold R. Beisser in: Wozu brauche ich Flügel? (1989, dt.: Wuppertal 2003, Peter Hammer Verlag, S. 139ff http://www.gestalt.de/beisser_paradox.html