Was ist Gestalttherapie?


Gestalttherapie ist ein Name, der oftmals für Verwirrung sorgt, da es sich bei der Gestalttherapie nicht prinzipiell um Gestalten, also z.B. Arbeiten mit Ton oder Zeichnen, handelt, sondern um das Gespräch, darum, ein Gegenüber zu haben.

Die Gestalttherapie basiert in ihrem Ursprung auf der Gestaltpsychologie, die zum Kern ihrer Beobachtungen die Wahrnehmung macht. Sie alle kennen Kippbilder, bei denen wir zuerst nur das eine (die Vase zum Beispiel) oder das andere (die beiden Gesichterprofile) sehen. Welche Wahrnehmung ist hierbei "richtig"? Keine. Es ist eine Frage der Beobachtung.

Wir sehen, dass die Straße naß ist und sind verführt uns eine kausale Antwort zu geben: es hat geregnet. Aber vielleicht stimmt das nicht.

Fritz und Lore Perls sowie Paul Goodmann entwickelten in den 40iger Jahren die Gestalttherapie, die die subjektive Wahrnehmung in den Vordergrund rückt: "wie geht es mir, wie fühlt sich das im Bauch an, wie stark verkrampfe ich, wenn ich von meinem Chef, meinem Vater spreche?"

Es geht nicht in erster Linie um die Bewertung: ich mache das, weil....


Die Kernidee der Gestalttherapie liegt nach meiner Meinung in der Paradoxie der Veränderung. Arnold R. Beisser formuliert das so:

( in: Wozu brauche ich Flügel? (1989, dt.: Wuppertal 2003, Peter Hammer Verlag, S. 139ff )


„Der Gestalttherapeut verweigert die Rolle des Veränderers, weil seine Strategie darin besteht, den Klienten zu ermutigen, ja sogar darauf zu bestehen, dass er sein möge, wie und was er ist.

Er glaubt, dass Veränderung nicht durch Bemühen, Zwang, Überzeugung, Einsicht, Interpretation oder ähnliche Mittel zu bewirken ist. Vielmehr entsteht Veränderung, wenn der Klient – zumindest für einen Moment – aufgibt, anders werden zu wollen, und stattdessen versucht zu sein, was er ist.“

Quelle: http://www.gestalt.de/beisser_paradox.html


Das beschreibt auch meine Arbeit.