Ganzheitlichkeit

Ein weiterer wichtiger Punkt gestalttherapeutischer Arbeit besteht nach meiner Ansicht im Wahren der Ganzheitlichkeit des Menschen.

Das bezieht sich zum Einen auf die Einheit von Körper, Seele und Geist, aber auch auf das Zusammenwirken der einzelnen Eigenschaften, die uns ausmachen und die zum Teil so unterschiedliche Pole darstellen.

Wir können uns zeitgleich selbstsicher und stark und doch so nach Geborgenheit sehnend und klein fühlen, und beides sind wir. Das Einbeziehen auch der Seiten, die mir selbst unsicher und ängstlich erscheinen, führt paradoxerweise nicht dazu mich klein zu fühlen, sondern vollständig. Ich weiß dann zum Beispiel um meine Unsicherheiten, kann sie vielleicht sogar benennen und werde dadurch sicherer.

Und so bezieht sich die Ganzheit auch darauf, uns im Kontext unserer Geschichte (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) und unserer Umwelt, mit unseren Erlebnissen und Kontakten zu sehen. All das sind wir. 

Wie sagt ein chinesisches Sprichwort: „Im Wassertropfen ist das Meer enthalten.“ In diesem kleinen Tropfen befindet sich das Ganze.